Badisches Staatstheater – Neuanfang nötig

Badisches Staatstheater – Neuanfang nötig

Es ist offensichtlich: Der Verwaltungsrat des Badischen Staatstheaters ist seiner Aufsichts- und Fürsorgepflicht bisher nur unzureichend nachgekommen.

Aber war denn etwas anderes zu erwarten? Er ist sowohl seitens der Mehrheit der Vertreter des Landes Baden-Württemberg als auch der der Stadt Karlsruhe grün-links dominiert. Solange sich also die Leitung des Badischen Staatstheaters politisch korrekt an der Haltung des Verwaltungsrats orientiert und sich z.B. mit Fridays for Future solidarisiert, Gendersternchen in Verlautbarungen und Programmtexte streut und nicht nur eine Diversitätsbeauftragte, sondern generell nur noch Frauen einstellt, sieht der Verwaltungsrat kaltlächelnd darüber hinweg, dass es im Hause drunter und drüber geht, dass Mitarbeiter gemobbt werden, dass eine Atmosphäre der Angst herrscht, und dass letztendlich die künstlerische Arbeit unter der Kontrollmanie eines Einzelnen leidet.

Das Spruchband an der Fassade des Staatstheaters, das von der Unantastbarkeit der Würde des Menschen kündet, muss den Mitarbeitern dabei wie blanker Hohn erscheinen.

In Konsequenz wiegeln SPD (rät von „emotionalen Schnellschüssen“ ab) und Grüne („Wir drängen nicht darauf, die Reißleine zu ziehen“) ab. Selbst seitens der im Verwaltungsrat ebenfalls vertretenen CDU-Fraktion des Karlsruher Gemeinderates kamen bislang nur unverbindliche Worthülsen à la „Es müssen sich jetzt alle am Riemen reißen.“

Bereits nach dem Mediationsverfahren vor fünf Jahren hätte Herr Spuhler im Grunde nur auf Bewährung auf dem Posten des Generalintendanten verbleiben dürfen. Sein Verhalten seit damals kann letztendlich nur als krasser Verstoß gegen die stattgefundene Mediation interpretiert werden – ihm wurde aber zur Belohnung der Vertrag 2019 vorzeitig um fünf Jahre verlängert. Die jetzt getroffene Entscheidung, mit ihm weiterzumachen – kaschiert durch eine Mitarbeiterbefragung mit verpflichtender Beseitigung dabei benannter Mängel binnen eines Jahres – ist nur eine beschämende Fortführung des unsäglichen Verhaltens der politisch Verantwortlichen, die auch weiterhin keine wirklichen Konsequenzen aus den Ereignissen ziehen wollen.

Zum Wohle des bekanntermaßen hochsubventionierten Staatstheaters braucht es vielmehr einen Neuanfang – an seiner Spitze ebenso wie an der des Verwaltungsrates.

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